Glen Sheppard

Une mystification (Les satyres sont morts) (UA)

 

Zwei Männer, zwei Frauen. Aber jede Person erscheint mit sich allein. Sind es Paare? Wer gehört zu wem? Wissen sie das überhaupt? Und wer, wenn alles vorbei ist, wird zu wem gehören?

Der Kanadier Glen Sheppard arbeitet im Bereich von Bühne, Experimentalfilm und Installation. Mit seinen Theaterarbeiten, die er als „psychologische Choreographien“ bezeichnet, nimmt er eine Sonderstellung in Berlins freier Musiktheaterszene ein. Material aus Oper und Lied versetzt er in ritualisierten, oft auf Verlangsamung zielenden Rahmen und erzeugt dabei eine verdichtete Zeiterfahrung.

UNE MYSTIFICATION greift auf Debussys Vertonung des skandalträchtigen Gedichtzyklus „Chansons de Bilitis“ zurück. Die offene Schilderung lesbischer Liebe – sie wurde veröffentlich zunächst als angebliche Übersetzung aus griechischer Antike – verknüpft Sheppard mit homoerotischer Lyrik des modernen griechischen Dichters Konstantínos Kaváfis und des New Yorker Beatpoeten Frank O’Hara. Das Projekt wurde wegen des Lockdown bisher nur auf Film festgehalten und wurde nun weiterentwickelt für seine eigentliche Premiere im besonderen Ort des Roten Salons. Eine Produktion, die ihre Orientierung in Pathos und Theatralik klassischen Musiktheaters findet und diese transferiert in den Zustand eines – so Sheppard – „queer eternal“.

Musik: Claude Debussy: Trois chansons de Bilitis (1900), Six épigraphes antiques (1915)
Text: Frank O’Hara, Constantin Cavafy, Pierre Louÿs, Paul Verlaine

Konzept, Raum, Regie: Glen Sheppard | Kostüm: Derya Issever, Michael Sontag | Maske: Pascale Jean-Louis | Musikalische Einstudierung: Olivia Clarke

Mit: Marie-Gabrielle Arco, Mezzosopran | Jessica Rucinski, Klavier | Carsten Clemens, Performance | Felix Utting, Performance

Ort: Volksbühne – Roter Salon

Dauer: ca. 60 Minuten

Aufführungen:
So 10.4. │ 16:00 UHR
So 10.4. │ 19:00 UHR

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Eine Produktion von Glen Sheppard und BAM! – Berliner Festival für aktuelles Musiktheater 2022